AKTUELL:
22.12.2011 Pressemitteilung des Liegenschaftsfond Berlin:

PRESSEMITTEILUNG

Zwischennutzung für Wagenburg „Rummelplatz“

Berlin, 22. Dezember 2011 – Der Liegenschaftsfonds Berlin hat dem Verein zur Förderung alternativer Wohnideen im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg einen Standplatz zur Zwischennutzung für seine 18 Wohnwagen vermietet. Der Mietvertrag für das ca. 2.200 m² große unbebaute Grundstück wurde am 21. Dezember 2011 ab­geschlossen.

„Mit der Vermietung kommen wir der Aufgabe nach, künftig verstärkt soziale Belange zu berücksichtigen und schwer verkäufliche Immobilien gemeinnützigen Gruppen oder Personen zur Zwischennutzung zu überlassen“, so Holger Lippmann, Geschäftsführer des Liegenschaftsfonds Berlin.

Wegen der Insolvenz ihres Vermieters musste die Wagenburg das Grundstück am Nöldnerplatz in Berlin-Lichtenberg zum 31.11.2011 räumen. Nachdem die Suche nach einem neuen Standort im Bezirk erfolglos blieb, wandte sich der Verein, unterstützt durch den Bürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg, Franz Schulz, an den Liegenschaftsfonds Berlin, der ihnen das Grundstück in der Friedenstraße 85-88 anbot.

Das Mietverhältnis für die Zwischennutzung beginnt am 23. Dezember 2011 und endet am 30. Juni 2012.

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Ältere Pressemitteilungen

Pressemitteilung#1

PRESSEMITTEILUNG vom 30.11.2011

Besetzer/Innen errichten Wagenburg an der Rummelsburger Bucht.

Am 29.11.2011 haben wir, die „Wagengruppe Rummelplatz“, das seit Jahren leerstehende Grundstück in der Hauptstraße 3 in Lichtenberg mit unseren umgebauten LKWs, Bussen und Bauwägen besetzt.

Wir führen seitdem Gespräche mit Politikern aus Bezirk und Senat um uns eine Perspektive zu
sichern. Von Seiten des Bezirks bekamen wir gestern eine schriftliche Einverständniserklärung über
einen kurzzeitigen Verbleib. Eine sofortige Räumung konnte so abgewendet werden. Auch der
Senat hat seine Zuständigkeiten geprüft, befugt fühlt sich dort jedoch niemand. Senat und Bezirk
schieben die Verantwortlichkeiten hin und her. Bei dieser Politik der Verschleppung bleiben wir auf
der Straße. Wir verstehen die Besetzung als Konsequenz aus den gescheiterten Gesprächen mit Politik und
Verwaltung. Über Monate hinweg versuchten wir eine konstruktive und einvernehmliche Lösung zu
finden, jedoch ohne Erfolg. Die Suche nach anderen privaten Grundstücken blieb ebenfalls
ergebnislos.

Der alte Platz für unsere Wagenburg befand sich seit Oktober letzten Jahres auf einem privat
verpachteten Grundstück in der Nöldnerstraße 13. Seit Gründung war dieser Ort ein Treffpunkt für
Freunde, Nachbarn und Interessierte. Im September 2011 wurde dieser Platz unter
Zwangsverwaltung gestellt und unser Vertrag umgehend gekündigt.
Das Leben in LKWs, Bussen und Bauwägen findet gesellschaftlich immer noch wenig Akzeptanz.
Dadurch gestaltet sich die Suche nach einem geeigneten Platz als schwierig. Wir sind deshalb auf
eine Zusammenarbeit mit den Bezirken und dem Senat angewiesen.
Die neuen Bekenntnisse der Berliner Politik alternative Projekte und antifaschistisch motivierte
Menschen zu fördern scheinen nur leere Phrasen zu sein.

Wir fordern:
Keine Räumung des neuen „Rummelplatz“ !!!
Klare Verantwortungsübernahme vom Senat !!!
Eine politische Lösung für Wagenplätze !!!

Der „Rummelplatz“

Kontakt:
Tel.: 0157-34 71 50 11
Email: wagengruppe-rummelplatz@gmx.de
Wir möchten Sie bitten sich vor einem Besuch anzumelden

Pressemitteilung#2

PRESSEMITTEILUNG vom 08.12.2011

Wagengruppe „Rummelplatz“ wieder auf der Straße.

Verantwortliche Senats- und Bezirkspolitiker/Innen verweigern den Dialog mit der Wagengruppe und ordnen stattdessen Räumung des besetzten Geländes in der Hauptstraße 3 an.

Trotz mehrfacher Versuche seitens der Bewohner/Innen des „Rummelplatzes“ mit verantwortlichen Politiker/-Innen in Kontakt zu treten, bleiben Gespräche mit dem Senat aus. Es scheint kein Interesse an einer konstruktiven Lösung der Situation zu geben. Aus der Senatsverwaltung heißt es, es sei eine politische Entscheidung getroffen worden.
Auch vom Bezirk Lichtenberg bekamen die Wagenburgler/Innen eine deutliche Absage. Es werde auf bezirkseigenen Grundstücken keinen Wagenplatz oder andere Kulturprojekte geben. Als Grund gegen eine vorübergehende Nutzung des Grundstücks in der Hauptstrasse 3 wurde wiederholt der
Bau einer Kita im Frühjahr 2012 genannt. Recherchen beim Bauplanungsamt ergaben, dass diese Behauptung schlicht weg erlogen ist. Auf Nachfrage beim Bezirk darüber wurde dies sogar zugegeben.
Nur auf Grund des wiederholten Versuchs am heutigen Morgen erneut einen Gesprächstermin in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zu bekommen erfuhren die Besetzer/Innen zufällig, dass bereits eine Räumung des besetzten Geländes angeordnet wurde. Um einer eventuellen polizeilichen Räumung zu entgehen und einer offensichtlich gewollten
Eskalation der Situation vorzubeugen wurde das Gelände von der Wagengruppe heute Mittag verlassen.

Nun stehen die Ex-Besetzer/Innen mit ihren Wägen auf der Straße.
Die mangelnde Bereitschaft zum Dialog zeugt von der Intoleranz der neuen Landesregierung gegenüber selbstverwalteten Projekten. Den Anspruch einer „interkulturellen und vielfältigen Stadt Berlin“ scheinen Politiker/Innen wie Staatssekretärin Frau Dunger Löper nicht zu teilen. Zumindest
nicht dann, wenn es um die konkrete Perspektive eines solchen Projektes geht.

Die Wagengruppe „Rummelplatz“ fordert:

– Die Aufnahme von Verhandlungen über ein geeignetes Gelände!
– Eine politische Lösung für Wagenplätze in Berlin!
– Eine Fläche zur Zwischennutzung bis eine einvernehmlichen Lösung gefunden wird!

Die Presse über unser Projekt:

Fotos von der Besetzung:
Kietzmann Set auf Flickr.com

Presse #1 TAZ Berlin

    Platz für Wagenburg besetzt

    LEBEN

    Amt scheint unter Umständen zu Verhandlungen bereit

    „Jeder Bezirk braucht seinen Rummelplatz“ steht auf dem Transparent. Am Dienstag wurde das leerstehende Gelände in der Hauptstraße 3 zwischen den S-Bahnhöfen Ostkreuz und Rummelsburg von rund 20 Menschen besetzt. Seitdem hängt dort der Spruch. Die Wagenburgler hatten im Oktober 2010 ein Grundstück in der Nöldnerstraße gepachtet. Nachdem der Eigentümer Konkurs anmeldete, kündigte der Zwangsverwalter den Platz zum 30. November.

    Nun fordern die Wagenburgler ein neues Grundstück in der Umgebung des alten Platzes. „Mit der Gründung des Rummelplatzes wollen wir nicht nur einen Wohnraum für uns, sondern auch einen Treffpunkt für FreundInnen und Interessierte schaffen“, betont Förster.

    Doch zunächst muss sich entscheiden, ob die Wagenburg vorerst auf dem Platz bleiben kann. Der neue SPD-Bürgermeister von Lichtenberg Andreas Geisel sagte der taz, über eine Zwischennutzung entscheide allein die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, denn das Grundstück gehöre dem Land. Eine längerfristige Nutzung sei ausgeschlossen, weil dort ab Frühjahr 2012 mit dem Bau einer Kita begonnen werde.

    Holger Lippmann vom Liegenschaftsfonds, mit dem WagenburglerInnen am Donnerstagnachmittag Gespräche führten, sagte, sollte die Aktion als Besetzung gewertet werden, werde man Verhandlungen erst dann aufnehmen, wenn die AktivistInnen den Platz verlassen. So wurde auch vor zwei Jahren mit den BewohnerInnen der Wagenburg Schwarzer Kanal verfahren, die schließlich gemeinsam mit dem Liegenschaftsfonds ein neues Grundstück gefunden haben. Ein solches Vorgehen kann sich Lippmann auch bei der Wagenburg Rummelplatz vorstellen.

    PETER NOWAK
    02.12.2011

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Presse #2 Berliner Kurier

    Lichtenberg

    Rollheimer besetzen Kita-Bauplatz

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    „In der Nähe vom Ostkreuz haben die Rollheimer ihre Wagenburg aufgebaut, das Gelände besetzt. Foto: Bernd Friedel“

    „Jeder Bezirk braucht seinen Rummelplatz“. Unter diesem Motto besetzen seit einer Woche Rollheimer eine leer stehende Fläche an der Hauptstraße 3. Das Bezirksamt Lichtenberg ist über die dortige Wagenburg gar nicht amüsiert.

    Am 29. November stürmten etwa 20 Menschen ins Rathaus an der Möllendorffstraße. Die Forderung: ein neuer Standort für ihre alternative Lebensform mit Wohnwagen. 2010 hatten die Rollheimer in der Nöldnerstraße ein Grundstück gepachtet. Doch der Eigentümer meldete Konkurs an. Der Zwangsverwalter kündigte den Platz zum 30. November. Stinksauer zogen die Wagenburgler weiter, besetzten das Gelände zwischen den S-Bahnhöfen Ostkreuz und Rummelsburg. In einem Flugblatt heißt es: „Wir werden uns nicht noch einmal mit leeren Versprechen abspeisen lassen.“

    Lichtenbergs Bürgermeister Andreas Geisel (SPD) will dort aber auf keinen Fall dauerhaft eine Wagenburg zulassen: „Im Frühjahr beginnt dort der Bau einer Kita, in der 120 Mädchen und Jungen untergebracht werden sollen.“ Zudem habe es bereits Beschwerden von Anwohnern. Es gebe bei den Rollheimern keine Bereitschaft, sich außerhalb des S-Bahn-Bereichs anzusiedeln, sagt Geisel.

    Auch ein Gespräch mit dem Liegenschaftsfonds blieb ergebnislos. Ob die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung einen neuen Platz für die Wagenburg finden wird, ist offen.

    Von R. GORNY

    Montag, 5. Dezember 2011

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Richtigstellung zu „Kurier“ Artikel

1. Das anstelle von 2 Personen von „20 Menschen“ geschrieben wird und zudem behauptet wird das diese das Rathaus „stürmen“ würden ist FALSCH!
2. Der Bebauungsplan zeigt die KITA auf dem Nachbargrundstück, Hauptstrasse 4, auf dem Grundstück Hauptstrasse 3 wird laut Bebauungsplan eine Zufahrtsstrasse errichtet.

von
Admin, 08.12.2011